Entwicklung der psychologischen Beratung

Geschichte und Entwicklung der psychologischen Beratung von der Antike bis heute

Die Entwicklung der psychologischen Beratung

Die Geschichte der psychologischen Beratung

Psychologischer Berater

Klassische psychologische Beratung ist alles andere als ein neuer Modeberuf.

Seit Menschengedenken gibt es Glauben und Religionen. Bei intensiver Betrachtung dienten die diversen Religionen jedoch auch immer dazu, aus welcher Motivation heraus auch immer, eine Form von Lebenshilfe zu geben. Wertneutral betrachtet haben diverse Religionsgründer, wie beispielsweise Jesus, Mohammed, Buddha, Konfuzius mit Schriften Werke geschaffen, welche lebensbegleitend und orientierend sein wollten.

Die klassische psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde ist de facto keine neuzeitliche Erfindung. Vielmehr geht Sie bis auf Sokrates zurück, der mit seiner Mäeutik (Hebammenkunst), welche die Gebiete der Elektrik und der Protreptrik enthält, Grundlagen für die heutige moderne Beratung geschaffen hat. Sokrates kann folglich als der erste Lebensberater der Neugeschichte angesehen werden. Hier sei anzumerken, dass der klassische Sokratische Dialog, sofern der Berater im Ablauf ausreichend erfahren und personell in der Lage ist, diesen korrekt zu führen, noch heute oft Bestandteil des Beratungsgeschehens ist.

Im Mittelalter waren die weisen Frauen (Hexen) die Ansprechpersonen für die Allgemeinheit, um deren Lebensgestaltung entsprechende Ausrichtung zu geben. Weiter war die katholische Kirche mit ihren Priestern nicht unwesentlich an der psychosozialen Entwicklung des Einzelnen beteiligt.

Im neunzehnten Jahrhundert waren es die Wender und Bader, aber auch die Hebammen und zunehmend die Ärzte, welche aufgesucht wurden, um sich mit ihren Lebensproblemen anzuvertrauen. Zu diesem Zeitpunkt gab es ergänzend noch die Großfamilie, in welcher vor allem die Älteren mit Rat zur Seite standen.

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts änderte sich die gesamte Umwelt durch die zunehmende Technisierung und die Informationsüberflutung. Die Großfamilie wurde durch Kleinfamilien abgelöst, womit der innerfamiläre Austausch sowie Betreuung der Jugend und Kinder in den Hintergrund rückte.

Der erste und der zweite Weltkrieg taten noch ihr übriges, viele dieser Generation waren emotional an ihren Grenzen und derart mit der Aufarbeitung ihrer eigenen emotionalen Erlebnisse beschäftigt und hatten nicht wirklich Zeit und Ressourcen, die Nachkommen emotional zu betreuen.

Zunehmend erfolgt eine immer weitere Abwendung auch von christlichen Institutionen, vermutlich weil diese mit ihren starren Regeln und Strukturen den Übergang in die Neuzeit etwas versäumte. Die Menschen gingen auf die Suche, um neuen Wege, Halt, Geborgenheit und Verständnis zu finden.   

 

 

Man sah sich bei gleichzeitiger Anonymisierung zunehmend den äußeren Einflüssen der Medien und der Technisierung hilflos gegenüber. In den verschiedenen Organisationen wie Hilfswerk, Caritas, psychosozialen Betreuungsstellen, Telefonseelsorge wurden Grundlagen für die Betreuung von verschiedenen Bedürftigen und Notleidenden geschaffen.  

In dieser Wandlung gab es jedoch auch den zunehmenden Einfluss der verschiedensten esoterischen Richtungen. Der Zuspruch zu den verschiedenen Sekten stieg temporär an, um der wachsenden Orientierungslosigkeit im Leben des einzelnen wieder einen neuen Sinn zu geben. Wie sich jedoch zunehmend herausstellte, wurden meist nur die Kontrolle der Eltern einer anderen Organisation übergeben- die Übernahme von zunehmender Eigenverantwortlichkeit blieb dabei oft auf der Strecke.

Es kristallisierte sich einerseits das zunehmende Bedürfnis der akademischen Berufe der Psychologen nach einer beruflichen Regelung (Psychologengesetz) heraus, andererseits führte die Entwicklung der Gruppendynamik und der Psychotherapie zu einer neuen Berufsform, welche letztlich im Psychotherapeutengesetz mündete.

Parallel dazu arbeite eine kleine Gruppe im deutschsprachigen Raum an der Bewusstseinsentwicklung des Menschen, welche durch die Lehren von Hans Hass (Energontheorie), Walter Stille (psychologische Entscheidungstheorie), Wolfgang Mewes (Energokybernetische Strategie),  Frederic Vester (Vernetztes Denken), Fritjof Capra (Das Tao) und einigen mehr geprägt war.

Dr. Bruker hatte Anfang 1980 in Deutschland den Gesundheitsberater vorgestellt, welcher sich vor allem mit Ernährungsfragen beschäftigte. Hans Dieter Jürs und Peter Staudigl formulierten 1984 zum ersten Mal den Beruf des Lebensberaters in unserem Nahbarland Österreich , da Ihnen einen Ausweitung des Bruker’schen Gesundheitsberaters notwendig schien.

Jürs gründete dann den österreichischen Verein D.E.R. Lebensberater und legte erste Ansätze für eine neue Ausbildung vor. Staudigl übernahm diese Idee 1988 in  Österreich und führte die erste reguläre Prüfung für die Ausbildungskandidaten durch.

Philosophie der psychologischen Beratung

Im Rahmen der psychologischen Beratung ist stets geht von einem humanistischen Menschenbild auszugehen, welches selbständiges, unabhängiges und selbstverantwortliches Handeln als Maxime vorsieht.

Das Beraterverhalten hat sich ausschließlich am Wohle des Klienten zu orientieren, wobei dieses der Klient selbst bestimmt. Exakt an diesem Punkt unterscheidet sich die Beratungsphilosophie von machtausübenden oder erzieherischen Vorgehensweisen.

Der gut ausgebildete psychologische Berater lässt den Klienten sich selbst unter absoluter Akzeptanz und Wertschätzung entwickeln und begleitet ihn dabei mit professioneller Hilfestellung, Interventionen und Fragestellungen.

Der Klient wird im Beratungsprozess ausnahmslos als neutrales Individuum verstanden, welches aus seiner Vita heraus an einem bestimmten Punkt steht. Er hat jedoch die innewohnende Kompetenz zur Veränderung. Der Psychologische Berater unterstützt den Klienten als Change Agent, seine derzeitigen Belastungssituationen zu lösen und die nächste Zielsetzung für dessen Lebensgestaltung zu entwickeln.

Dabei verhilft er den Klienten Antworten auf alle seine Fragen in sich selbst finden und begleitet ihn zu konkret umsetzbaren Handlungen.

Um diese Vorgangsweise professionell zu erlernen, sollte sich der zukünftige Berater in seiner Ausbildung neben dem Erwerb von fachspezifischem Wissen einer Schulung seines Beraterbewusstseins von emotioneller Machtausübung zu professioneller Beratungsarbeit aus einer Metaebene heraus unterziehen.

In dieser Metaebene stehen dem Berater diverse Modelle und Interventionen zur Verfügung, welche nachweislich reproduzierbare Ergebnisse zeitigen.

All die klingt doch ziemlich herausfordernd – de facto jedoch ist es gar nicht so schwer, unter kompetenter Anleitung die erforderlichen Skills zu erlernen. All unsere Absolventen hatten rückblickend viel Freude genau diese Beratervariablen zu erlernen und erfreuen sich heute an unzähligen bereichernden Stunden mit deren Klienten.

Denn was gibt es schöneres als Menschen auf dem Weg aus der Problemspirale hin zum erfüllten Leben begleiten zu dürfen.