Psychologische Beratung
Sie begleiten bereits Menschen. Als Coach unterstützen Sie Veränderungsprozesse. In der Sozialen Arbeit stehen Sie Familien in schwierigen Lebenslagen zur Seite. In der Kita sprechen Sie mit Eltern über Entwicklung, Sorgen und Konflikte.
Sie bringen fachliche Kenntnisse und Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit. Dennoch entstehen im Berufsalltag Situationen, in denen Sie Ihr Beratungswissen vertiefen möchten: wenn Gespräche emotional werden, unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen oder die eigene Rolle genauer geklärt werden muss.
Die Ausbildung an der Akademie Psychologischer Berater knüpft an Ihre Erfahrung an. Sie erweitern Ihr psychologisches Verständnis, reflektieren Ihre Gesprächsführung und üben, Beratungsprozesse bewusst und verantwortungsvoll zu gestalten. Ein Psychologiestudium ist dafür nicht erforderlich.
Coaching entfaltet seine Stärke bei Zielen, Ressourcen und Entwicklung. In Coachingprozessen werden jedoch häufig auch persönliche Anliegen und Beziehungsdynamiken sichtbar: wiederkehrende Muster im Umgang mit anderen, innere Konflikte oder Belastungen, die das ursprüngliche Ziel berühren.
An der Akademie Psychologischer Berater vertiefen Sie Ihr Verständnis für solche Anliegen. Sie üben, den vereinbarten Auftrag zu prüfen, mögliche Erweiterungen transparent mit Ihren Klientinnen und Klienten zu besprechen und die Grenzen Ihrer fachlichen Zuständigkeit zu wahren. Sie lernen außerdem, Hinweise zu erkennen, die einen Verweis an Psychotherapie oder Medizin nahelegen.
So gewinnen Sie Sicherheit in anspruchsvollen Gesprächssituationen und können Ihr Angebot fachlich fundiert erweitern.
Beratung gehört zu den Kernaufgaben der Sozialen Arbeit. Sie begleiten Menschen in Krisen, in Familienkonflikten, bei Trennungen, Überforderung oder sozialer Isolation, oft unter Zeitdruck und mit hoher Verantwortung.
An der Akademie Psychologischer Berater vertiefen Sie die psychologische Seite dieser Arbeit: Fallreflexion, Auftragsklärung in komplexen Konstellationen, Beziehungsgestaltung und Allparteilichkeit in Mehrpersonensettings. Erkenntnisse der Bindungsforschung vertiefen Ihr Verständnis dafür, wie frühe Beziehungserfahrungen Nähe, Konflikte und den Umgang mit Belastungen prägen.
Selbsterfahrung und Supervision unterstützen Sie dabei, persönliche Reaktionen auf belastende Situationen zu reflektieren, Grenzen wahrzunehmen und Ihren Umgang mit beruflichen Anforderungen bewusster zu gestalten.
Ob Entwicklungsgespräch, Sorge um ein Kind, Konflikt in der Eingewöhnung oder eine familiäre Krise, die sich im Kita-Alltag zeigt: Erzieherinnen und Erzieher führen täglich Gespräche, die viel Feingefühl verlangen. Eltern kommen mit Ängsten, Erwartungen oder Abwehr, und nicht selten werden pädagogische Fachkräfte zur ersten Ansprechperson in schwierigen Lebenslagen.
Die Ausbildung an der Akademie Psychologischer Berater gibt Ihnen fundiertes Handwerkszeug für diese Gespräche. Sie lernen, auch emotionale Gespräche ruhig und klar zu führen, Anliegen von Eltern genauer zu verstehen, schwierige Botschaften wertschätzend zu vermitteln und Ihre eigene Rolle dabei klar zu halten. Erkenntnisse der Bindungsforschung vertiefen Ihr Verständnis für Familiensysteme.
Die Ausbildung kann außerdem eine Grundlage für eine berufliche Weiterentwicklung in der Eltern- und Familienberatung sein. Welche zusätzlichen Voraussetzungen dafür erforderlich sind, hängt vom angestrebten Tätigkeitsfeld ab.
Auch Fachkräfte aus Pflege, Heilerziehungspflege, Schule, Personalarbeit oder Seelsorge führen täglich anspruchsvolle Gespräche. Wenn Sie Menschen in belastenden Situationen begleiten und Ihre Beratungskompetenz vertiefen möchten, finden Sie an der Akademie Psychologischer Berater eine passende Ausbildung, unabhängig davon, aus welchem Beruf Sie kommen.
Sie bringen etwas mit, das sich in keinem Lehrbuch lernen lässt: Erfahrung im Umgang mit Menschen. Sie kennen schwierige Gespräche, Krisensituationen und die Grenzen dessen, was im Alltag möglich ist.
An der Akademie Psychologischer Berater wird diese Erfahrung einbezogen. In Fallarbeit und Gesprächsübungen verbinden Sie neues Wissen mit Situationen, die Sie aus Ihrem Berufsalltag kennen. So entsteht ein Lernen, das unmittelbar an Ihre Praxis anschließt.
Wissenschaftliche Fundierung bedeutet an der Akademie Psychologischer Berater, dass Sie die theoretischen Grundlagen einer Methode kennenlernen, ihre Einsatzmöglichkeiten prüfen und ihre Grenzen verstehen. In Fallanalysen unterscheiden Sie zwischen vorliegenden Informationen, eigenen Beobachtungen und möglichen Erklärungen. In Gesprächsübungen reflektieren Sie anschließend, wie sich dieses Wissen praktisch anwenden lässt.
Zu den Grundlagen gehören die personzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers (Rogers, 1957), systemische und lösungsorientierte Ansätze, Bindungsforschung, Salutogenese und Selbstbestimmungstheorie. Die Psychotherapieforschung zeigt, dass die Qualität der Beziehung zu den bedeutsamen Wirkfaktoren gehört (Wampold & Imel, 2015). Für die psychologische Beratung ist dieser Befund ein wichtiger fachlicher Bezugspunkt, auch wenn er überwiegend aus der Psychotherapie stammt.
Fachlich verantwortet wird die Ausbildung von Hon.-Prof. Sandra Neumayr-Sopp, Honorarprofessorin für Beratungspsychologie mit über 25 Jahren Erfahrung in psychologischer Beratung und Präsidentin des Verbands Psychologischer Berater (VpsyB e.V.).
Zur Einordnung: Die Ausbildung ersetzt kein Psychologiestudium und berechtigt nicht zum Führen der Bezeichnung Psychologin oder Psychologe. Sie qualifiziert für psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde, also für die Begleitung psychisch gesunder Menschen, ohne Diagnosen zu stellen oder Krankheiten zu behandeln.
Die Vorlesungen an der Akademie Psychologischer Berater finden live online statt und folgen einem festgelegten Curriculum. Die Termine werden innerhalb der Ausbildungsgruppe vereinbart. Für die Vorlesungen besteht Teilnahmepflicht; verpasste Termine holen Sie in einer anderen Gruppe oder in einem persönlichen Termin nach. Bei Bedarf können Sie die Ausbildung für bis zu sechs Monate pausieren.
Nach der vierten Vorlesung beginnen Sie mit schriftlichen Fallanalysen, Risikoanalysen und Beratungsplanungen. Diese Aufgaben begleiten die weitere Ausbildung: Sie üben, Informationen nachvollziehbar einzuordnen, Hypothesen vorsichtig zu formulieren und daraus einen begründeten Beratungsplan abzuleiten.
Im zweiten Semester üben Sie telefonische Beratung im Einzelsetting mit einer Dozentin oder einem Dozenten in der Rolle des Musterklienten. Anschließend trainieren Sie Beratungsgespräche per Zoom in der Gruppe. Im letzten Semester vertiefen Sie Ihre Beratungspraxis an einem Präsenzwochenende in München.
Workshops ergänzen die Vorlesungen. Zwischen den Terminen bearbeiten Sie Lerninhalte selbstständig. Einzelsupervision unter Schweigepflicht bietet Raum, persönliche Reaktionen, Fragen und Entwicklungsschritte vertraulich zu reflektieren.
Während der Ausbildung sind Sie beitragsfrei Mitglied in Ausbildung im VpsyB e.V. Auch nach dem Abschluss steht die Akademie Psychologischer Berater Ihnen fachlich zur Seite, auf Wunsch mit Supervision für Ihre ersten eigenen Beratungsfälle.
Häufige Fragen
Sie vertiefen Ihr psychologisches Verständnis, Ihre Gesprächsführung und Ihre Auftragsklärung. Hinzu kommen regelmäßige Gesprächsübungen mit Rückmeldung, Selbsterfahrung und Einzelsupervision. Ihre Berufserfahrung fließt dabei in Fallarbeit und Übungen ein.
Ja. Gerade erfahrene Coaches begegnen in ihren Prozessen persönlichen Anliegen und Beziehungsdynamiken. Die Ausbildung vertieft Ihr Verständnis dafür und schärft Ihre Grenzkompetenz, damit Sie Aufträge transparent erweitern oder verantwortungsvoll verweisen können.
Coaching richtet sich vor allem auf Ziele, Ressourcen und Entwicklung. Psychologische Beratung begleitet Menschen zusätzlich bei persönlichen Belastungen, Konflikten und Lebensübergängen. Beide liegen außerhalb der Heilkunde; die Grenzen zueinander sind fließend und werden in der Ausbildung ausdrücklich reflektiert.
Sie vertiefen die psychologische Seite Ihrer Beratungsarbeit: Fallreflexion, Auftragsklärung in komplexen Konstellationen, Allparteilichkeit und Beziehungsgestaltung. Selbsterfahrung und Supervision unterstützen Sie im Umgang mit belastenden Situationen.
Das hängt von Ihren Zielen ab. Die Ausbildung baut auf vorhandenem Wissen auf und vertieft es durch wiederholte Gesprächspraxis mit Musterklienten, persönliche Rückmeldung, biografische Selbsterfahrung und Einzelsupervision. Im Informationsgespräch klären wir, wie die Ausbildung an Ihre Vorkenntnisse anschließt.
Ja. Gesprächsführung, Auftragsklärung, Rollenklarheit und das Verständnis für Familiendynamiken lassen sich unmittelbar auf Entwicklungs- und Elterngespräche übertragen, gerade wenn Gespräche emotional oder konflikthaft werden.
Ja. Entscheidend ist nicht Ihr bisheriger Beruf, sondern Ihr Interesse am Menschen und Ihre Bereitschaft zur Selbstreflexion. Viele Berufe mit Menschen verlangen anspruchsvolle Gespräche, für die die Ausbildung eine fundierte Grundlage schafft.
Nach der vierten Vorlesung beginnen Sie mit schriftlicher Fallarbeit. Im zweiten Semester folgen telefonische Einzelübungen mit einer Dozentin oder einem Dozenten als Musterklient, danach Zoom-Übungen in der Gruppe und im letzten Semester ein Präsenzwochenende in München.
Sie möchten Ihre Beratungskompetenz erweitern und herausfinden, wie die Ausbildung an Ihre bisherige Tätigkeit anschließt?
Im Informationsgespräch besprechen wir Ihre Vorkenntnisse, typische Gesprächssituationen aus Ihrem Berufsalltag und Ihre Ziele. So können Sie einschätzen, ob die Ausbildung an der Akademie Psychologischer Berater zu Ihrer beruflichen Entwicklung passt.
Nestmann, F., Engel, F. & Sickendiek, U. (Hrsg.) (2004). Das Handbuch der Beratung (Bd. 1 & 2). Tübingen: dgvt.
Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95-103.
Wampold, B. E. & Imel, Z. E. (2015). The Great Psychotherapy Debate: The Evidence for What Makes Psychotherapy Work (2nd ed.). New York: Routledge.