Menschen um die fünfzig sind nicht alt. Sie stehen im Beruf, sie tragen Verantwortung, sie haben noch Jahrzehnte vor sich. Und dennoch verändert sich in dieser Lebensphase fast alles gleichzeitig - oft leise, oft unbemerkt vom Umfeld, und deshalb umso belastender.
Im Beruf machen viele die Erfahrung, dass ihre Erfahrung nicht mehr zählt. Beförderungen gehen an Jüngere, Weiterbildungen werden nicht mehr angeboten, in Umstrukturierungen gerät man auf die Liste. Wer sich mit fünfzig neu bewerben muss, spürt Altersdiskriminierung sehr konkret. Zu Hause ziehen die Kinder aus - und die Wohnung, in der jahrzehntelang der Familienalltag getaktet war, wird still. Die Partnerschaft, die lange von diesem gemeinsamen Projekt zusammengehalten wurde, muss neu ausgehandelt werden. Manche schaffen das, andere trennen sich - und stehen mit über fünfzig plötzlich wieder allein. Gleichzeitig werden die eigenen Eltern pflegebedürftig, und aus den eigenen Kindern werden Eltern: Man wird Großmutter, Großvater - eine schöne, aber auch fordernde neue Rolle. Und der Körper, der bisher einfach funktionierte, meldet sich: die ersten Zipperlein, die ersten Einschränkungen, die erste Ahnung von Endlichkeit.
Diese sechsmonatige Weiterbildung befähigt Sie, Menschen in genau dieser Verdichtung fundiert und einfühlsam zu begleiten. Sie lernen, berufliche Entwertung und Neuorientierung zu bearbeiten, Rollenwechsel in der Familie zu begleiten, Partnerschaften in der Neuverhandlung und Menschen nach Trennung zu unterstützen, den Umgang mit körperlichen Veränderungen psychosozial zu rahmen - und die Sinnfrage zu erschließen, die diese Phase so unausweichlich stellt. Die Weiterbildung integriert Erik Eriksons Entwicklungsmodell, Paul Baltes' Psychologie der Lebensspanne, die Forschung zu Altersbildern und Altersdiskriminierung, Laura Carstensens Arbeiten zu sozialen Beziehungen, Verena Kasts Krisen- und Wandlungsverständnis sowie die Sinnorientierung nach Viktor Frankl.
Der Aufbau ist konsequent praxisnah und berufsbegleitend gestaltet: sechs Vorlesungen à vier Stunden, eine pro Monat, verbinden wissenschaftliche Fundierung mit unmittelbar anwendbaren Methoden, Fallbeispielen und persönlicher Reflexion.
Zielgruppe
Die Weiterbildung richtet sich an psychologische Berater, Coaches und Fachkräfte aus Beratung, Personalarbeit, Prävention und psychosozialer Arbeit, die Menschen in der zweiten Lebenshälfte begleiten möchten - eine sehr große Zielgruppe mit hohem, kaum gedecktem Beratungsbedarf.
Abschluss
Nach erfolgreichem Abschluss tragen Sie den Titel "Zertifizierter psychologischer Berater für die Generation 50 plus" (englisch: "Certified Counselor for the 50 plus Generation") und erhalten die anerkannte ProCounsel Cert-Zertifizierung.
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